Mehr Unterricht an Grundschulen

3 Jun

Update 29. Juni: Der Schulträgerausschuss in Ingelheim hat heute einstimmig, – also mit den Stimmen von Elternvertretern und Lehrern – beschlossen, einen großen Schritt bei der Digitalisierung nach vorne zu gehen und im nächsten Schuljahr alle Kinder mit iPads auszustatten, um – mit oder ohne Corona – künftig die Möglichkeiten der IT im Unterricht zu nutzen. Wir freuen uns, dass unser Antrag im Stadtrat hierzu den Anstoß gegeben hat. – Ende Update –

Wir haben heute den anderen Ingelheimer Fraktionen Vorschläge zur Diskussion gestellt, um bei möglicherweise weiter bestehenden Kontaktbeschränkungen wegen Corona nach den Sommerferien möglichst viel Unterricht zu ermöglichen. Vielleicht ergibt sich die Chance zu einer überparteilichen Initiative.

Seit Mitte März müssen Eltern wegen der Corona-Einschränkungen neben ihrem eigenen Beruf auch zu wesentlichen Teilen den Lehrerberuf ausfüllen.

In der Grundschule Heidesheim beispielsweise dürfen Kinder der 1. und 2. Klassen erst ab 8. Juni und dann nur für 2h alle zwei Tage in die Schule. Damit besteht die Ausnahmesituation fort und wird bis zu den Sommerferien wohl auch keiner Lösung mehr zugeführt. Eltern sind keine Pädagogen, die Bildungsungerechtigkeit steigt. Nicht alle Eltern können mit ihren Kindern die Arbeitsblätter durchgehen. Zudem verfügen nicht alle Schüler über ein Tablet für Fernunterricht.

Aktuell lockern sich die Corona-Beschränkungen und wir hoffen alle, dass nach den Sommerferien normaler Unterricht stattfinden kann, wie dies beispielsweise auch die Ministerpräsidentin Dreyer und die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Hubig befürworten. Allerdings hat die Landesregierung bislang nicht mitgeteilt, unter welchen Bedingungen sie die Beschränkungen aufhebt.

Daher besteht das Risiko, dass nach den Sommerferien oder im Herbst durch ein Fort- oder Wiederbestehen von Beschränkungen kein Schulalltag stattfinden kann.
Die Zeit bis zum Beginn des neuen Schuljahres sollte man nutzen, um sich auf diesen Fall vorzubereiten.

Vom Bund gibt es den Digitalpakt mit einem Etat von fünf Milliarden Euro, zusätzlich wurde im Mai 2020 einen 500-Millionen-Bundesetat für Computer-Hardware an Schulen beschlossen. Die Stadt Ingelheim verfügt glücklicherweise ebenfalls über die Mittel für die erforderliche Ausstattung.

Der Landkreis Mainz-Bingen hat für die weiterführenden Schulen aktuell 17.400 Tablets bestellt. Die wegen Corona angeschafften Geräte können natürlich auch im Rahmen des normalen Unterrichts sinnvoll genutzt werden. Eine Videokonferenz-Software ist bereits vom Land definiert worden (Cisco WebEx) und mit moodle@RLP gibt es in RLP auch eine standardisierte Lernsoftware.
Um einen Homeschooling Tag zu strukturieren, wäre es wünschenswert, wenn es Webcam-Unterricht gibt oder zumindest eine morgendliche Schalte, in der Fragen geklärt werden können.

Bundesbildungsministerin Karliczek hat vorgeschlagen, die Sommerferien zu nutzen, um das Raumangebot zu erhöhen, indem Lern-Container angeschafft werden, in denen ein Teil des Unterrichts stattfinden kann. Sicher gibt es in der Nähe von Schulen auch Gemeindesäle, Turnhallen etc., in denen größere Gruppen oder Teile von Klassen unterrichtet und betreut werden können.

Durch die Anschaffung von Tischen mit Plexiglastrennwand (Neuanschaffung oder nachträgliche Anbringung) kann der Abstand verringert und damit die Zahl der Schüler erhöht werden.

Erst wenn die Betreuungssituation sich normalisiert, ist für Eltern an eine Rückkehr zu normalen Verhältnissen an ihrem Arbeitsplatz zu denken. Daher sollten die Wochen bis zum nächsten Schuljahr genutzt werden, falls das Land Beschränkungen aufrechterhält.

Ideen:
1. Die vom Land RLP definierten Programme “Cisco WebEx” und “moodle@RLP” sind unverzüglich an allen Ingelheimer Schulen einzuführen.
2. Die Stadt Ingelheim stattet alle Grundschüler und Lehrkräfte mit einem mit den o.g. Programmen bespielten Tablet-PC aus und übernimmt hierfür die Kosten soweit sie nicht vom Bund oder einem anderen Hoheitsträger übernommen werden.
3. Die Stadt Ingelheim beschafft eine sinnvolle Anzahl von Lern-Containern, um Teile der Schüler in diesen zu unterrichten bzw. zu betreuen.
4. Die Stadt Ingelheim stellt temporär zusätzliche Räume im Umfeld der Schulen für ausgelagerten Unterricht oder Betreuung bereit (z.B. Gemeindesäle, Veranstaltungsräume etc.).
5. Die Stadt Ingelheim beschafft Tische mit Plexiglaswänden oder rüstet vorhandene Tische mit solchen nach.

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