FDP Ingelheim gegen Solarpark auf dem Mainzer Berg

13 Aug

Auf dem Mainzer Berg sollen 45 ha Natur, das sind 450.000 Quadratmeter, für einen Solarpark geopfert werden. 

Die FDP Ingelheim kann dem nicht zustimmen. An Tagen mit viel Sonnenschein wird in Deutschland bereits so viel “Ökostrom” erzeugt, dass dieser teilweise ins Ausland verschenkt werden muss. Strom kann bislang nicht ausreichend gespeichert werden und eine große Stromerzeugung an Sommer-Mittagen hilft weder in der Nacht noch bei den Verbrauchsspitzen von Gewerbe und Haushalten. Verfahren zur Umwandlung wie etwa Power to Gas sind noch nicht marktreif und gegenwärtig für Ingelheim noch nicht vorgesehen. Wenn wir jetzt “ja” zum Solarpark sagen, tragen wir u.U. dazu bei, dass die Verbraucher 2x bezahlen, erstmal für die Stromerzeugung dann für dessen “Entsorgung” (siehe https://www.handelsblatt.com/unternehmen/energie/negativer-strompreis-die-energie-industrie-muss-strom-immer-haeufiger-verschenken/25382850.html).

Sollte es ein durchgerechnetes Konzept geben, wie großflächig erzeugter Solarstrom verwendet werden kann und was dies die Stadt Ingelheim und die Verbraucher kostet, könnten wir uns zum späteren Zeitpunkt eine Zustimmung vorstellen. Eine Blankovollmacht wird die FDP nicht erteilen, “grundsätzlich Ackerflächen für Solarstrom zur Verfügung zu stellen”, wie es im Beschlussvorschlag heißt.

“Erneuerbare Energien” klingt immer so schön, dabei kann man Energie weder erzeugen noch erneuern sondern nur umwandeln und dabei gelten die Gesetze der Physik was die Umwandlungsverluste angeht (siehe zur Vertiefung https://www.novo-argumente.com/artikel/wasserstoff_bleibt_wunschtraum).

Was in Ingelheim – auch im Sinne des Umweltschutzes – gebraucht würde wären 45 Hektar Bauland, um tausenden von Einpendlern den benötigen Wohnraum in Ingelheim zur Verfügung zu stellen und gegen die horrenden Grundstücks- und Mietpreise in Ingelheim vorzugehen. Auf den Dächern dürfen dann auch gerne Solarzellen installiert werden.

Was den konkreten Standort betrifft, stellt sich zudem die Frage, ob das Vermächtnis der Familie Erlanger an die Stadt Ingelheim (Allmendfelder) eine solche Nutzung zulässt. Alternativ zum Verlust von 45 Hektar wertvoller landwirtschaftlicher Nutzfläche und Naturressource könnte ein Solarpark ggf. auf den Großparkplätzen von Boehringer durch Überdachung realisiert werden oder am Flugplatz Layenhof oder perspektivisch nach Abzug der US-Truppen an den McCully Baracks.