Mehr Schwimmen für Ingelheim

10 Okt

Die Kultusministerkonferenz hat das Schwimmen zum Kulturgut erhoben. Es gibt leider immer weniger Schwimmbäder und die Anzahl der Menschen, die nicht schwimmen können wird immer größer. Das ist gefährlich und führt zu zahlreichen tödlichen Badeunfällen am Rhein und anderswo.

Auch die Ingelheimer Bürger, insbesondere auch die Schulen und Vereine haben viel zu wenig Schwimmmöglichkeiten. Schon im Wahlkampf 2019 hatte daher die FDP gefordert, die Wasserflächen zu vergrößern. Inzwischen hat sich gezeigt, dass der Standort der Rheinwelle problematisch für eine Erweiterung sein könnte. Das Bad kommt durch die ständige Übernutzung in jeder Hinsicht an seinen Grenzen. Die Technik muss demnächst erneuert werden. Eine Erweiterung mit einem neuen Becken sei umweltrechtlich nicht möglich, hieß es immer wieder. Es müsste dafür ein ganz neues Gebäude errichtet werden. Die Zustimmung des Miteigentümers der Rheinwelle, der Stadt Bingen, ist unwahrscheinlich.

Insofern ist unverständlich, warum die SPD sich mit einem erneuten Vorstoß ungeprüft festlegt und auch noch die Binger Mitbetreiber der Rheinwelle brüskiert.

Das Institut für Sportstättenentwicklung „ISE“ an der Europäischen Akademie des rheinland-pfälzischen Sports, hat im Auftrag der Stadtverwaltung Ingelheim und des Stadtsportverbandes eine Sportentwicklungsstudie durchgeführt. Dazu wurden die Bürger und Vereine Ingelheims befragt, was sie an Angeboten wünschen, um den modernen Bedürfnissen von sportlicher Bewegung und motivierender Fitness zur Gesunderhaltung und Wohlbefinden entsprechen.

Im Ergebnis empfahl die Studie die Einrichtung naturnaher Sport- und Erlebnisräume in Form eines Sportparks mit angeschlossenem Schwimmleistungszentrum am Standort Blumengarten. Hierfür spricht insbesondere die schon umfangreich vorhandene Infrastruktur. Vielleicht würde sich für einen derartigen Sportpark sogar ein Investor finden. Es handelt sich dabei um einen gut geplanten und begründeten Vorschlag, der unter mannigfacher Einbeziehung der Bürger entwickelt wurde. Gemäß der o.g. Studie könnte das Freibad ggf. in ein Cabriobad, also mit Dach, umfunktioniert und so durch Beheizung auch im Winter genutzt werden.

Im Ergebnis hätte auch die Rheinwelle weiter ihre Berechtigung als gut besuchtes Entspannungs- und Saunabad, bei dem eine Vergrößerung der Warmwasserbecken sinnvoll wäre. Insbesondere die Kinderbecken (Baby und Nichtschwimmer) sind dauernd überfüllt.

Die FDP Ingelheim wird dies im Stadtrat thematisieren und sowohl für eine Vergrößerung der Warmwasserbecken in der Rheinwelle als auch für das Sportbad plädieren.

Die Stadt Ingelheim ist in einer finanziell guten Position. Wer, wenn nicht wir, könnte mit einem Sportzentrum am Blumengarten etwas für den (Schwimm-)Sport tun und damit Leuchtturm in der gesamten Region werden?!