Kommentar zur Flüchtlingssituation in Ingelheim

23 Aug

„Rheinland-Pfalz ist gut gerüstet – alle Asylsuchenden haben ein Bett und ein Dach über dem Kopf“- welch plakative Aussage! Das ist zwar fürs erste das Wichtigste für die in den Anlaufstellen ankommenden Menschen – aber doch nur der Beginn vieler weiterer notwendiger Maßnahmen.

Vordringlich ist die Ausweisung weiterer Aufnahmeeinrichtungen, um die bereits herrschende Enge in den bestehenden zu beseitigen. Menschen auf engstem Raum unterzubringen führt zu Problemen, das wissen alle Verantwortlichen und auch jeder Mensch draußen im Land.. Und sage mir keiner, dass  der nächste Winter ganz überraschend für uns kommt. Dann gibt es nicht mehr wenigstens das Ausweichen ins Freigelände, auf den Spielplatz und den Gang in die Stadt! Zelte haben dann auch ausgedient. Feste Unterkünfte müssen her, auch solche, die vielleicht den ein oder anderen überzogenen deutschen Standards nicht völlig entsprechen. Wer sich hinter Brandschutzvorgaben verschanzt, hätte dann auch Zelte verhindern müssen! Wie lange zieht sich jetzt schon in Ingelheim die Fertigstellung der Wohncontainer hin als wäre keine Eile geboten!

Die Ursachen des Exodus von Millionen Menschen aus ihren Herkunftsländern können wir vor Ort nicht ändern,  uns hilft aber auch nicht der Reisetourismus von Politikern in die Erstaufnahmeeinrichtungen und die lobenden Worte an die vielen ehrenamtlichen Helfer und die Hilfsbereitschaft der vielen Sach- und Geldspender. Reist nicht! Redet nicht! Macht endlich eure Arbeit! Schafft Rahmenbedingungen für eine geordnete Zuwanderung auf den Arbeitsmarkt, steckt Geld in die Sprachförderung für jene, die Aussicht auf ein Bleiberecht bei uns haben! Unterstützt unsere Schulen, die Kinder mit geringen Sprachkenntnissen aufnehmen!

Und redet nicht nur von der schnellen Rückführung nicht anerkannter Asylsuchender, sondern setzt es auch um!

Und denkt auch daran, dass die Mitarbeiter in den Einrichtungen Menschen mit einem Anrecht auf ordentliche Arbeitsbedingungen sind. Sich auf ihrem Rücken in die Taschen zu lügen, dass doch alles wunderbar klappt, sollte eigentlich auch einmal die Gewerkschaften auf den Plan rufen.

Das meint eine Ehrenamtliche, die viel Respekt hat vor dem, was in den Einrichtungen geleistet wird, die dankbar gegenüber den vielen Spendern ist, die aber auch nicht bereit ist, die Augen vor bestehenden Problem zu verschließen.

Ingrid Raddatz