Fakten statt Panikmache

18 Mai

Fakten statt Panikmache

Die emotionsgeladene Diskussion um den Wirkstoff Glyphosat hat jetzt auch Ingelheim erreicht. Die Substanz soll auf städtischen Flächen nicht mehr eingesetzt werden. In der letzten Sitzung des Ausschusses für Klima- und Umweltschutz der Stadt kam sogar die Forderung, Unkraut nur noch von Hand zu beseitigen.

Die Kosten der Bewirtschaftung werden dabei nicht bedacht. Unkraut jäten erfordert einen hohen personellen und damit finanziellen Aufwand. Letztlich würden die Kosten zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger gehen.

Die FDP Ingelheim wendet sich gegen ein teures, ideologisches Verbot von Glyphosat. Glyphosat wird seit Jahrzehnten in der Landwirtschaft eingesetzt ohne nachweislich schädliche Auswirkungen auf Mensch und Natur. Im Agrar-Umwelt Programm Rheinland-Pfalz, wie auch in anderen Ländern, ist der Herbizideinsatz als flankierende Maßnahme vorgesehen, um durch pflugloses Bearbeiten der Bodenerosion entgegenzuwirken. Seine toxische Mobilität bei Tieren ist gering bis überhaupt nicht vorhanden. Es wirkt nur dann, wenn es über das Blattgrün aufgenommen wird, es ist biologisch abbaubar und reichert sich im Boden nicht an. Glyphosat ist nicht fettlöslich, reichert sich also auch nicht im menschlichen Gewebe an. Vereinfacht gesagt, blockiert das Mittel lediglich die Produktion bestimmter Aminosäuren, die nur bei Pflanzen vorkommen, die dort für deren Photosynthese zuständig sind.

„Das als Ersatz gedachte Mittel Pelagonsäure hingegen ist ätzend, stinkt und ist nicht sicher bienen,- gliederfüßler- und regenwurm- ungefährlich. Während 4 Liter Glyphosat pro ha ausreichend, sind ist beim „Ersatzmittel“ 166 Liter pro ha erforderlich, das 4x pro Saison aufgebracht werden muss, es ist also keine sinnvolle Alternative“, so der diplomierte Agraringenieur und gelernte Gärtner Hasso Mansfeld.

Die Einstufung von Glyphosat als “wahrscheinlich krebserregend“ wurde durch die in Lyon ansässige „Internationale Agentur für Krebsforschung (IACR)“ vorgenommen. Dr. Harald Weirich, Arzt und stellv. Vorsitzender der FDP Ingelheim: „Glyphosat befindet sich dieser Einstufung nach in der gleichen Gefahrenstufe wie Schichtarbeit, Fleischkonsum oder „die Pille“. Die WHO selbst, die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, die European Food Save Authority (EFSA) und nicht zuletzt das Deutsche Bundesamt für Risikobewertung (BfR) halten das Mittel ausdrücklich für nicht kanzerogen.“

Daher ist es auch für weitere 5 Jahre in der EU zugelassen worden. „Die Toxizität entspricht der von Kochsalz“, so Dr. Michael Lerch, Chemiker und Mitglied der FDP Ingelheim.

Die Freien Demokraten haben keinen Zweifel an der Risikobewertung der nationalen und internationalen Zulassungsbehörden und werden daher kommunalen Alleingängen beim Verbot des Wirkstoffes nicht zustimmen. Für die Freien Demokraten ist das Verbot von Herbiziden und Insektiziden ein falsches Signal: „Wir brauchen in unserem Land eine zukunftsorientierte Landwirtschaft, die Pflanzenschutzmittel nutzen kann, um auch weiterhin hochwertige und sichere Nahrungsmittel erzeugen zu können“, so die rheinland-pfälzische FDP Bundestagsabgeordnete und Landwirtin Carina Konrad.

Die FDP Ingelheim setzt voraus, dass Pflanzenschutzmittel in Ingelheim nach guter gärtnerischer Praxis eingesetzt werden von geschultem Personal. Von der Anwendung zugelassener Pflanzenschutzmittel in angemessenem Umfang gehen keine Gefahren für Mensch, Tier und Umwelt aus. Verbote ohne wissenschaftliche Grundlage sind keine kommunale Aufgabe, in der Sache falsch, gefährden das Stadtbild und belasten unsere Bürger.

„Der dogmatisch geführte Kampf gegen Glyphosat und andere Pflanzenschutzmittel kommt populistisch vielleicht gut an, ist aber nicht sachkundig“, so der FDP Verbandsvorsitzende Michael Julius Schwarz abschließend.

Die FDP Ingelheim wird in den nächsten Monaten eine öffentliche Veranstaltung zur Aufklärung zu diesem Thema veranstalten. Teilnehmer werden u.a. die oben genannten Experten sein. In der Veranstaltung wird es auch um andere Themen aus der Landwirtschaft, Bienen / Insekten sowie Biodiversität gehen.